Aufhebungsvertrag

Was ist ein Aufhebungsvertrag?

Wenn Sie ein Arbeitsverhältnis mit Ihrem Arbeitgeber beenden möchten, existieren neben der Kündigung noch weitere Alternativen. Der Aufhebungsvertrag ist eine davon und kann in der arbeitsrechtlichen Praxis eine lukrative Option sein – durchaus für beide Vertragsparteien. Anders als bei der „klassischen“ Kündigung, wird das Arbeitsverhältnis bei einem Aufhebungsvertrag durch beiderseitiges Einverständnis – also einvernehmlich – aufgelöst.

Als Fachanwalt für Arbeitsrecht weise ich an dieser Stelle darauf hin, einen Aufhebungsvertrag nicht ohne anwaltliche Einsicht zu unterschreiben. Die Praxis zeigt, dass bei solchen Verträgen die Arbeitnehmerseite zumeist das Nachsehen hat.

Mit welchen Konsequenzen muss ich bei einem Aufhebungsvertrag rechnen?

Die Menge an Vorteilen dieses Vertragstyps hält sich für die Arbeitnehmerseite in Grenzen. In vielen Fällen können Sie davon ausgehen, dass Sie eine Abfindung und ein gutes Arbeitszeugnis erhalten. Klingt doch nach einer vernünftigen Alternative zur Kündigung, oder? Doch ich möchte zur Vorsicht mahnen, denn regelmäßig werden Sie wirtschaftliche wie auch sozialrechtliche Nachteile durch einen Aufhebungsvertrag erfahren. Beispielhaft möchte ich an dieser Stelle nennen:

  • Einschnitt in Ihre Berufs- und Karriereplanung
  • Verlust des Krankenversicherungsschutzes
  • Sperrzeit für den Arbeitslosengeld-Bezug, wenn der Aufhebungsvertrag nicht bestimmte Kriterien erfüllt
  • Ggf. Anrechnung einer etwaigen Abfindung auf das Arbeitslosengeld

Nicht zuletzt wird die im ersten Moment vielleicht großzügig wirkende Abfindung, wenn der Arbeitgeber überhaupt eine im Aufhebungsvertrag anbietet, durch Verrechnung mit dem Arbeitslosengeld schnell aufgebraucht sein. Auch die arbeitsrechtlichen Nachteile wie die freiwillige Aufgabe des Kündigungsschutzes, Verlust des Arbeitsplatzes und eine etwaige Verkürzung der Kündigungsfrist müssen berücksichtig werden.

Ich habe einen Aufhebungsvertrag vorgelegt bekommen – soll ich unterschreiben?

Geben Sie nicht auf: unterschreiben Sie nicht! Denn ich muss Ihnen leider sagen, dass ein einmal geschlossener Aufhebungsvertrag nur schwer angefochten werden kann. Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen dringend, sich vor der Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrags an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht zu wenden. Und zwar selbst dann, wenn der Anstoß zu dem Aufhebungsvertrag von Ihnen kommen sollte. Gemeinsam mit Ihnen kann ich analysieren, inwiefern die Vorteile des Vertrags überwiegen oder auch nicht, eine für Ihre Situation passende Strategie erarbeiten und diese für Sie in enger Zusammenarbeit mit Ihnen verhandeln und durchsetzen.

Mein Arbeitgeber drängt mich zur Unterschrift, darf er das?

Kurz und knapp: Nein! Der Abschluss eines Aufhebungsvertrags kann von der Arbeitgeberseite nicht erzwungen werden. So viel zur rechtlichen Theorie. Meine Praxis als Fachanwalt für Arbeitsrecht in Hamburg zeigt aber, dass manche Arbeitgeber den Arbeitnehmer dennoch in einem (vermeintlichen) Personalgespräch unter Druck setzen. Oftmals wird dieser Druck durch (leere) Drohungen mit fristloser Kündigung oder einem schlechten Arbeitszeugnis erhöht. Lassen Sie sich davon nicht unterkriegen, sondern nehmen Sie direkt Kontakt zu mir auf. Als erfahrener Arbeitsrechtler in Hamburg helfe ich Ihnen bei der konsequenten und sachlichen Durchsetzung Ihrer Rechte.

SCHON GEWUSST?

Der Abschluss eines Aufhebungsvertrages ist für den Arbeitgeber besonders attraktiv, wenn das Unternehmen einen Betriebsrat hat. Denn anders als bei der geplanten einseitigen Kündigung eines Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber muss der Betriebsrat vor Abschluss eines mehr oder weniger einvernehmlichen Aufhebungsvertrages nicht angehört werden. Der Arbeitgeber kann in diesem Fall den Arbeitnehmer, von dem er sich trennen will, genauso mit einem Aufhebungsvertrag überraschen wie ein Arbeitgeber ohne Betriebsrat.

 
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